Hochwasser: Vorsorge und Verhalten im Ernstfall

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2026

Für Menschen in Gewässernähe ist Hochwasser kein ungewöhnlicher Anblick – kleinere Hochwasser gibt es regelmäßig, etwa zur Schneeschmelze im Frühjahr. Aber auch abseits von Flüssen nehmen Starkregenereignisse überall zu, die in kurzer Zeit Straßen, Keller und Wohnungen unter Wasser setzen können. Anders als beim langsam steigenden Flusshochwasser bleiben bei Starkregen oft nur Minuten zum Reagieren.

Hochwasser akut? Das hilft jetzt:

  1. Ruhe bewahren und besonnen handeln.
  2. Keller meiden – bei steigendem Wasser lebensgefährlich.
  3. Fenster, Türen und Abflussöffnungen abdichten (siehe unten).
  4. Elektrische Geräte und Heizungen in gefährdeten Räumen ausschalten, Sicherung raus – Stromschlaggefahr.
  5. Auto rechtzeitig aus gefährdeten Garagen fahren – Tiefgaragen können tödliche Fallen werden.
  6. Nicht durch überflutete Straßen fahren.
  7. NINA-Warn-App nutzen, Anweisungen von Behörden und Einsatzkräften befolgen.

🪟 Fenster und Türen abdichten

Sandsäcke (für Flusshochwasser mit Vorlaufzeit): Sandsäcke aus Jute oder Polypropylen, ca. 30×60 cm (Baumarkt), mit sauberem, trockenem Sand (Körnung 0–8 mm, keine Erde oder Lehm). Nur zu zwei Dritteln befüllen (ca. 15–20 kg) – so lassen sie sich besser stapeln und dichten dichter ab als ein prall gefüllter Sack. Am besten zu zweit arbeiten: eine Person hält den Sack, die andere schaufelt. Die erste Reihe lückenlos aneinanderlegen, dann versetzt stapeln wie beim Mauern – nicht direkt übereinander, sonst kippt der Wall. Faustregel: 8–10 Säcke pro Quadratmeter Wall.

Wichtig zu wissen: Sandsäcke brauchen Vorlaufzeit zum Befüllen und Aufbauen. Bei akutem Starkregen mit oft nur 10–20 Minuten Reaktionszeit sind sie meist zu langsam.

Schneller bei kurzer Vorwarnzeit: Selbstquellende Hochwasserschutzsäcke ziehen bei Wasserkontakt selbst Feuchtigkeit und sind sofort einsatzbereit, ganz ohne Sand. Für kleinere Spalten, etwa unter Türen, hilft Noppenfolie oder eine stabile Plane über der Öffnung, beschwert mit Brettern oder schweren Gegenständen. Für den Türspalt selbst gibt es spezielles Hochwasser-Dichtband aus Butylkautschuk – wirksam auf sauberem, trockenem, fettfreiem Untergrund, aber kein Ersatz für eine echte Barriere bei hohem Pegel.

Für dauerhaften Schutz: Wer öfter betroffen ist, kann in feste Systeme investieren – mobile Dammbalken- oder Stauwandsysteme, die im Ernstfall in vorbereitete Schienen eingesetzt werden, oder druckwasserdichte Fenster und Türen (geprüft nach ift-Richtlinie FE-07/3). Das ist eine bauliche Entscheidung, die man am besten mit einer Fachfirma plant – nicht spontan im Hochwasserfall.

Hinweis: Diese Tipps sind allgemeine Hinweise, keine fachliche Beratung. Für bauliche Maßnahmen wende dich an eine Fachfirma. Stashed übernimmt keine Haftung für Schäden, die trotz oder durch die Anwendung dieser Tipps entstehen.

🚽 Abflussöffnungen

Hier gibt es keinen zuverlässigen Last-Minute-Trick. Wenn die Kanalisation bei Starkregen oder Hochwasser überlastet ist, drückt Abwasser über alle Abflüsse zurück, die unterhalb der sogenannten Rückstauebene liegen – Bodenablauf, Waschbecken, Toilette. Zuverlässigen Schutz bietet ausschließlich eine fachgerecht eingebaute Rückstausicherung (Rückstauklappe, Hebeanlage), installiert durch einen Sanitär-Fachbetrieb – das ist Vorsorge, keine Sache für den akuten Moment.

Was kurzfristig hilft: betroffene Abflüsse bei Rückstaugefahr nicht benutzen, und vorab prüfen (lassen), ob eine Rückstausicherung vorhanden ist und funktioniert.

🛡️ Vorsorge, bevor's akut wird

  • Eigene Wohnlage einschätzen: Hochwasserzentralen der Länder für aktuelle Pegelstände, viele Kommunen bieten zudem Starkregengefahrenkarten
  • Rückstausicherung vorab prüfen (lassen)
  • Wertvolle Möbel und Geräte in obere, geschützte Räume bringen
  • Heizöltank gegen Auftrieb sichern, z. B. verankern oder beschweren
  • Dokumentenmappe und Notgepäck griffbereit halten – mehr dazu in unserem Guide zum Notgepäck.
  • Mit Nachbarn Not- und Gefahrenzeichen absprechen, falls Telefon und Mobilfunk ausfallen, etwa bei einem Stromausfall.

Deine persönliche Stashed-Liste berücksichtigt das bereits – schau nach, was dir noch fehlt.

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🧹 Nach dem Hochwasser

  • Bestandsaufnahme machen und aufräumen – dabei dich und andere Helfende schützen.
  • Insektenschutzmittel griffbereit halten, da sich nach Rückgang des Wassers oft mehr Mücken und andere Schädlinge zeigen.
  • Elektrik von einer Fachperson prüfen lassen, bevor der Strom wieder eingeschaltet wird.

Häufige Fragen

Hochwasser entsteht meist durch anhaltenden Regen, Schneeschmelze oder Sturmfluten und kündigt sich über Pegelstände meist mit Vorlauf an. Starkregen dagegen kann überall auftreten, auch fernab von Flüssen, und lässt oft nur Minuten zum Reagieren.

Über die Hochwasserzentralen der Länder (hochwasserzentralen.de) und häufig über Starkregengefahrenkarten deiner Kommune.

Nein. Das ist lebensgefährlich – unter anderem durch schnell steigendes Wasser und Stromschlaggefahr.

Sandsäcke oder selbstquellende Hochwasserschutzsäcke, Dichtband für Türen, sowie Insektenschutzmittel für die Zeit nach dem Rückgang des Wassers.

Über die NINA-Warn-App des BBK, die Hochwasserzentralen der Länder, lokale Medien und – bei Starkregen – die Unwetterwarnungen des DWD.

Quellen & Einordnung

Die Angaben auf dieser Seite orientieren sich an den BBK-Dossiers zu Vorsorge, Verhalten und Handeln bei Hochwasser, den Hochwasserzentralen der Länder (hochwasserzentralen.de) und dem Naturgefahrenportal (naturgefahrenportal.de), den Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie der Hochwasserschutzfibel des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen für bauliche Maßnahmen. Stashed steht in keiner Verbindung zu diesen Stellen – die Angaben dienen lediglich als Grundlage. Alle Angaben ohne Gewähr.

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